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Geschichte der gregorianischen Musik in Siebenbürgen
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- Monumenta et transcripta -
Hsg. von Elena Maria Sorban
Editura Muzicalã, Bucuresti/Bukarest 1986
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Reihe "Izvoare ale muzicii românesti" (Quellen der rumänischen Musik), Bd. XIV.
BEGRÜNDUNG
Der Besitz von Handschriften gregorianischer Musik in Rumänien integriert sich - als einer der Aspekte ost-westlicher Konfluenz diese Raumes - in die durch ihre Vielfalt einheitliche Identität unseres Volkes. Die verlegerische Auswertung dieses Erbes bedeutet eine Vervollständigung des Bildes unserer kulturellen Vergangenheit; gleichzeitig beschreitet die rumänische Musikforschung mit diesem Vorhaben ein neues Gebiet.
Eine erste quantitative Schätzung dieses Fonds ergibt ungefähr 40 Kodizes, zu denen noch Einzelblätter hinzukommen, sowie im Ausland befindliche Handschriften einheimischer Herkunft. Ihre kodikologische, paläographische, historische und musikalische Untersuchung wird neue Gesichtspunkte, Informationen und Interpretationen ergeben, die nicht nur für dieses Sondergebiet von Interesse sind, sondern auch eine Synthese des Musiklebens Rumäniens wertvoll ergänzen können.
Die Beziehung zwischen der Realität der einheimischen gregorianischen Musik und der rumänischen musikwissenschaftlichen Forschung bietet - gegenüber den bedeutsamen Verwirklichung der Byzantinistik - kaum einige Anhaltspunkte. Die Mitteilungen von George Breazul oder Ioan D. Petrescu beweisen, dass das wissenschaftliche Interesse für dieses Gebiet schon in der Musikologie der Zwischenkriegszeit bestanden hat. Die Möglichkeit, eine „Identität der Form und der Inspiration" der byzantinischen und gregorianische Stücke festzustellen - denn sie haben einen gemeinsamen Ursprung - ist einer der grundlegenden Gedanken des I. D. Petrescu, ein Gedanke, der seine Bestätigung am einheimischen Material noch erfahren muss.
In der zeitgenössischen rumänischen Musikgeschichtsschreibung sind, nach dem vorläufigen Stand der Erwährung der Gregorianik in unserer Kultur die von Octavian Lazãr Cosma und Petre Brâncusi gezeichneten Zusammenfassungen die wichtigsten Dokumente.
Auf internationaler Ebene macht sich die entschlossene Tendenz bemerkben, den Beitrag der mittel-europäischen Terriorien - der östlichen, als Lokalisierung im Verbreitungsraum dieser Musik - zur Gestaltung des allgemein als "gregorianisch" bezeichneten Erbgutes nachzuweisen. Bemerkenswert sind in dieser Hinsicht die Arbeiten von Hieronymus Feicht, Benjamin Rajeczky, László Dobszay, Janka Szendrei und Richard Rýbariè.
In diesem Kontext, der einerseits von den Ergebnissen der rumänischen Musikgeschichtsschreibung und Byzantinistik, andererseits durch die vergleichende Forschung der Gregorianik auf internationaler Ebene gegeben ist, ist die axiologische Untersuchung der einheimischen Handschriften, auf der Grundlage ihrer Veröffentlichung, dazu berufen, neue Elemente zur Selbstbehauptung unserer kulturellen Identität beizutragen.
Warum der Anfang dieser Auswertung mit dem Vigiliale aus dem Jahr 1507 gemacht wird - einer Handschrift von kleinem Umfang, bruchstückweise erhalten, die eine beschränkte Zahl musikalischer Stücke enthält und aus der letzten Periode der Entstehung von Kodizes dieser Art stammt? Die Aufforderung des Musikverlages, diese Arbeit zu übernehmen, hat bei dem Neuling in der Forschung zunächst auch diese Frage ausgelöst. Die Begründung ergab sich aus der Handschrift selbst: ihr Inhalt - ein Totenamt - findet sich nur in wenigen mittelalterlichen Quellen des mittel-osteuropäischen Raumes und seine Erfassung in einem selbstständigen Kodex scheint einmalig. Das besondere dokumentarische Interesse ist also durch den Inhalt der Handschrift gegeben und, noch mehr, durch den intensiven Charakter der Totenwürdigung in diesen Gegenden. Obwohl gering an Zahl, erweisen die musikalischen Stücke doch deutlich ihre Zugehörigkeit zu einem mittel-osteuropäischen Dialekt gregorianischer Ausdrucksweise. Was konnte folglich naheliegender sein, als den Beweis der einheimischen Eigentümlichkeit in einer universal verbreiteten Sprache zu erbringen? Nicht zuletzt muss auch im Auge behalten werden, dass einige spätere Kodizes sehr wohl das Fehlen älterer Handschriften gleichen Inhaltes ergänzen können, als Hinweis auf das Lebendigbleiben der betreffenden Praktiken über Jahrhunderte.
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